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Nationale Bildungsstandards für Abiturienten

Dieser Beitrag ist abgelaufen: Okt. 18, 2012, Mitternacht

Die Abiturprüfungen in den Bundesländern sollen vergleichbarer werden. In einem ersten Schritt sollen laut KMK bereits im Herbst dieses Jahres gemeinsame Bildungsstandards in den Fächern Deutsch, Mathematik, Englisch und Französisch verabschiedet werden. Ab 2013 sollen auch Standards für die naturwissenschaftlichen Fächer Biologie, Physik und Chemie entwickelt werden.  Dies beschloss die 337. Plenarsitzung der Kultusministerkonferenz am 8. und 9. März 2012 in Berlin.

Das Institut zur Qualitätsentwicklung im Bildungswesen (IQB) soll auf dieser Grundlage Beispielaufgaben für die Abiturprüfungen erarbeiten. Dabei soll das Institut auch darlegen, welche Erwartungen damit verbunden sind und wie die Ergebnisse bewertet werden sollten. Auch die Länder sollen in den kommenden Jahren Prüfungsaufgaben zur Verfügung stellen. Daraus entsteht schließlich ein gemeinsamer Aufgabenpool, der für einen Einsatz im Abitur 2016/2017 bereitstehen soll. In diesem Jahrgang würden die ersten Schüler auf Grundlage der neuen Bildungsstandards das Abitur machen. 

Die taz veröffentlichte bereits am 21. Januar 2012 ein Interview mit dem KMK-Vorsitzenden Thies Rabe:

Wie schwer soll ein Abitur sein? Ökonomen sagen, dass ein leichterer Abschluss wie in England oder Frankreich, der von vielen erreicht wird, volkswirtschaftlich sinnvoll sei.

Das ist eine schwierige Frage, zu der es bundesweit zurzeit keine klare Meinung gibt. Viele Menschen wünschen sich ein anspruchsvolles Abitur - aber zugleich wünscht sich fast jeder für sich selbst oder für seine Kinder das Abitur. Sicher kann man sagen, dass die Zahl der Abiturienten derzeit nicht ausreicht, wenn Deutschland auf dem Weltmarkt weiter Spitze sein will.

Also ist es ganz gut, dass manche Länder leichtere Anforderungen haben. Wozu diese Standards?

Damit Eltern und Schüler ein Grundvertrauen in das deutsche Schulsystem haben können und es gerecht und klar zugeht. Egal ob jemand in Sachsen oder Schleswig-Holstein oder Hamburg oder Hessen zur Schule geht - die Leistungsanforderungen müssen gleich sein.

Und wenn infolgedessen die Abi-Quote sinkt?

Das müssen und werden wir verhindern. Die Entwicklung gibt uns Recht: Bundesweit steigt in allen Ländern die Abiturquote. Hamburg liegt jetzt erstmals bei 50 Prozent.

[Das ganze Interview hier.]

| Okt. 21, 2012, 11:37 vorm.