Hessischer Bildungsserver / Gymnasien in Hessen

Schulversuch: Mittlere Reife für G8-Schüler

Dieser Beitrag ist abgelaufen: Nov. 17, 2011, Mitternacht

Ab dem kommenden Schuljahr sollen Schüler des verkürzten gymnasialen Bildungsgangs G8 in Hessen versuchsweise nach der neunten Klasse die Mittlere Reife erhalten können.

Wiesbaden. In Hessen wird es vom kommenden Schuljahr an einen Schulversuch geben, um eine Gleichstellung mit dem Mittleren Abschluss für diejenigen Schülerinnen und Schüler des verkürzten gymnasialen Bildungsgangs (G8) zu erreichen, die die Schule am Ende der Sekundarstufe I nach Klasse 9 verlassen. Bisher hatten sie einen dem Hauptschulabschluss gleichgestellten Abschluss erhalten. Wie Kultusministerin Dorothea Henzler heute in Wiesbaden mitteilte, hat der Schulausschuss der Kultusministerkonferenz (KMK) einem Antrag Hessens auf einen entsprechenden Schulversuch zugestimmt. Besonders erfreulich sei, so die Ministerin, dass diese Gleichstellung des Abschlusses damit nicht nur in Hessen, sondern in ganz Deutschland anerkannt werde. „Es ist das erste Mal, dass wir einen solchen Versuch genehmigt bekommen haben. Wir haben damit eine Lösung gefunden für alle Schülerinnen und Schüler, die den gymnasialen Bildungsgang nach Ende der Sekundarstufe I verlassen wollen, etwa um eine Berufsausbildung zu beginnen.“

Die Gleichstellung mit dem Mittleren Abschluss soll auf Antrag der Erziehungsberechtigten jenen Schülerinnen und Schülern ermöglicht werden, die die gymnasiale Vollzeitschulform nach Klasse 9 verlassen. Die Schülerinnen und Schüler müssen an den drei obligatorischen schriftlichen Prüfungen des Realschulbildungsgangs in den Fächern Deutsch, Mathematik und 1. Fremdsprache teilnehmen und im Durchschnitt mindestens ausreichende Leistungen nachweisen.

In den Schulversuch sollen vor allem jene Schulen eingebunden werden, in denen der gymnasiale Bildungsgang nur die Sekundarstufe I umfasst, also reine Mittelstufengymnasien und kooperative Gesamtschulen mit G8 ohne gymnasiale Oberstufe. Diese Schulen sollen als Zentren verstanden werden, die mit anderen Schulen zusammenarbeiten. Der zunächst auf fünf Jahre befristete Schulversuch soll so ausgestaltet werden, dass landesweit rund 30 Schulen daran teilnehmen können.

Henzler sagte, es sei nun beabsichtigt, bis zu den Sommerferien in einem intensiven Dialog mit Eltern, Schulen und Verbänden die konzeptionelle Umsetzung des Schulversuchs in Angriff zu nehmen. „Unser Ziel ist eine Lösung, die grundsätzlich für alle betroffenen Schülerinnen und Schüler, die sich für eine Teilnahme entscheiden, die Möglichkeit zum Erhalt der Gleichstellung mit dem Mittleren Abschluss eröffnet.“ (23.03.2011 - Pressemitteilung des HKM)

| Juni 4, 2011, 9 vorm.