Hessischer Bildungsserver / Gymnasien in Hessen

Mehr Verbindlichkeit, weniger Freiheit

Dieser Beitrag ist abgelaufen: Okt. 31, 2011, Mitternacht

Ein längerer Artikel bei "Spiegel Online" im Mai 2011 berichtet über bildungspolitische Trends im Hinblick auf die gymnasiale Oberstufe. In etlichen Bundesländern lernen die Schüler wieder im Klassenverband einen festen Fächerkanon, die Entscheidungsmöglichkeit für Leistungsfächer verschwindet. Markus Verbeet kritisiert diese Entwicklung, die zur Aufhebung von Wahlmöglichkeiten der Schüler führt.

Auszüge:

"Wenn Forscher diese Veränderungen beschreiben, das neue System mit den Kernfächern und den Klassen, dann sprechen sie von einer "Rekanonisierung" oder "Restandardisierung". Positiv ist ihr Urteil nicht unbedingt. Eine "Restauration der Gymnasialtypen aus der Epoche vor 1972" sieht der emeritierte Pädagogikprofessor Ludwig Huber, langjähriger Leiter des reformfreudigen Oberstufen-Kollegs an der Universität Bielefeld.

Seine Kollegen Josef Keuffer und Maria Kublitz-Kramer, ebenfalls aus Bielefeld, konstatieren: "Die Oberstufe in Deutschland nimmt in den letzten Jahren eine Form an, die in vielerlei Hinsicht dem Stand der sechziger Jahre entspricht." Der KMK-Beschluss von 2006 zeige, "dass es sich dabei nicht um Entwicklungen in einzelnen Bundesländern handelt", es gehe vielmehr "um eine generelle Trendwende". Die beiden Forscher bezeichnen es als "erstaunlich, dass die mit großen Erwartungen verbundene reformierte gymnasiale Oberstufe zu Strukturen zurückgeführt wird, die als überwunden galten".

Es ist daher kein Zufall, dass die neue Oberstufe in immer mehr Bundesländern in ein Zentralabitur mündet. Die beiden Neuerungen ergänzen sich: Klassen und Kernfächer ergeben eine festere Struktur, das Zentral-Abi erfordert stärker festgelegte Inhalte. Derzeit arbeiten mehrere Bundesländer sogar an einem gemeinsamen Aufgabenpool, aus dem sich dann alle bedienen können."

| Mai 14, 2011, 9:04 vorm.