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Vom Landes- zum Bundesabitur?

Ergebnisse einer wissenschaftlichen Untersuchung zum Landesabitur

Dieser Beitrag ist abgelaufen: 25. November 2011 00:00

Am 10. Februar 2011 stellte Yvonne Globert in der Frankfurter Rundschau erste Ergebnisse einer wissenschaftlichen Untersuchung zum Landesabitur dar und beleuchtete in diesem Zusammenhang auch die Frage eines Bundesabiturs.

Auszug:

(...) Die Forschungsgruppe analysiert am Beispiel von Bremen und Hessen in einer bis 2012 laufenden Längsschnittstudie die Effekte, die sich durch die Einführung zentraler Abiturprüfungen ergeben. Maag Merki befragte mit ihrem Team Schüler und Lehrer nach ihren jeweiligen Erfahrungen mit dem Zentralabitur, das in beiden Ländern 2007 eingeführt wurde. Das Kernergebnis der Studie lässt sich bislang auf eine einfache und aus Sicht der Zentralabifans wohl ernüchternde Formel bringen: „Einen generellen Zentralabitureffekt gibt es nicht“, so Maag Merki.

Während der Unterricht etwa in den Mathe- und Englischleistungskursen an Qualität gewonnen hat, beispielsweise weil sich Schüler besser von ihren Lehrern unterstützt und auf Tests vorbereitet fühlten, und sie selbst bessere Leistungsergebnisse erzielten, blieb in Fächern wie Deutsch und Biologie alles wie gehabt. Der Unterricht wurde weder besser noch schlechter - als hätte der große Schritt, zentrale Prüfungen einzuführen, gar nicht stattgefunden.

Und auch die Effekte auf die „Positivfächer“ Mathe und Englisch sind zumindest in Hessen und hier vor allem in den Grundkursen nicht eindeutig. So gab es direkt nach Einführung des Zentralabiturs noch Hinweise darauf, dass die Schüler selbst den Unterricht als kognitiv anregender empfanden oder dass sie sich mehr von ihren Lehrern zum Lernen motiviert fühlten als vor der Umstellung auf das Zentralabitur.

Nur ein Jahr später aber gibt es etwa für den Unterricht in den Grundkursen Mathematik wieder Minuspunkte. Die Wissenschaftler konstatierten diesmal eine geringere kognitive Aktivierung als noch ein Jahr zuvor. (...)

| 12. Februar 2011 12:09