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Neue Oberstufen- und Abiturverordnung (OAVO) ab dem Schuljahr 2009/10

Dieser Beitrag ist abgelaufen: 18. März 2010 00:00

Die neue Oberstufen- und Abiturverordnung (OAVO) tritt zum Schuljahr 2009/10 für alle Schülerinnen und Schüler in Kraft, die in die Einführungsphase der gymnasialen Oberstufe übergehen.

Auf der Homepage des Kultusministeriums heißt es:

Was verändert sich?

Vorbereitung auf die Bildungsstandards


In der neuen Abitur- und Oberstufenverordnung (OAVO) wird auf die von der Kultusministerkonferenz geplanten Bildungsstandards für das Abitur vorbereitet, werden die Regelungen zum Landesabitur integriert und mittlerweile erfolgten Änderungen der Sekundarstufe I in der gymnasialen Oberstufe weitergeführt (z.B. Kontingentstundentafel, bilinguale Angebote).


Berechnung der Abiturdurchschnittsnote

Die Leistungen der vier Kurshalbjahre der Qualifikationsphase und die Leistungen der Abiturprüfung werden gemäß Beschluss der Kultusministerkonferenz in ein Verhältnis 2:1 gesetzt.In der Qualifikationsphase sind maximal 600 Punkte (früher 540) und in der Abiturprüfung maximal 300 Punkte zu erreichen. Maximal können 900 Punkte (früher 840) in der Gesamtqualifikation bei insgesamt stärkerer Gewichtung der Abiturprüfung erreicht werden.


Stärkung der Fremdsprachen

Beim Zusammenwachsen Europas ist die Vermittlung von Fremdsprachenkenntnissen eine wichtige schulische Aufgabe. Im Sinne der Vereinbarung der Kultusministerkonferenz wurde der bilinguale Unterricht in der Oberstufe verankert. Bilingualer Unterricht soll in der gymnasialen Oberstufe fortgeführt werden können. Schülerinnen und Schüler können künftig bilinguale Abiturprüfungen in Sachfächern auf Grundkursniveau ablegen, wenn sie in diesen durchgehend fremdsprachlich in der gymnasialen Oberstufe unterrichtet wurden.


Französisches Baccalauréat

Die Möglichkeit für Schülerinnen und Schüler mit dem Erwerb der allgemeinen Hochschulreife auch das mit dem Abitur vergleichbare französische Baccalauréat zu erreichen, wurde in der neuen Oberstufenverordnung verankert.


Kommunikationsprüfung

Der Förderung der Sprachkompetenz im Sinne der Bildungsstandards dient auch die Kommunikationsprüfung, die im zweiten Jahr der Qualifikationsphase im Leistungskurs der modernen Fremdsprachen eine Klausur ersetzt.


Auslandsaufenthalte

Aufenthalte in einer ausländischen Schule im Rahmen eines Schüleraustausches oder eines entsprechenden Programms oder eines Praktikums zur Berufsorientierung im Ausland sollen gefördert werden. Es soll den Schülerinnen und Schülern, die im Ausland eine Schule besuchen, ermöglicht werden, ihre schulische Ausbildung nach ihrer Rückkehr ohne zeitlichen Verlust fortzusetzen. Bei Auslandsaufenthalten während der Einführungsphase sind nach der Rückkehr in der Regel daher ein direkter Eintritt in die Qualifikationsphase, bei Auslandsaufenthalten während der Qualifikationsphase die Anrechnung von Leistungen aus der Einführungsphase und aus dem Ausland möglich (auf Antrag).


Erweiterung der Möglichkeiten bei Leistungsnachweisen

Die Palette der möglichen Leistungsnachweise in der gymnasialen Oberstufe wurde erweitert: Leistungsnachweise können Klausuren, Referate, Präsentationen, umfassende schriftliche Ausarbeitungen, mündliche Kommunikationsprüfungen in den modernen Fremdsprachen und fachpraktische Prüfungen im Fach Sport sowie in den musischen Fächern sein. Beispielsweise kann im Verlauf der gesamten Qualifikationsphase nach der Entscheidung der Lehrkraft eine Klausur durch ein Referat, eine Präsentation oder eine umfassende schriftliche Ausarbeitung ersetzt werden. Durch dieses erweiterte Spektrum wird eine größere Bandbreite der Kompetenzen gefördert.


Größere Möglichkeiten zur individuellen Förderung von Schülerinnen und Schülern

Die Anzahl der Stunden, die Schulen nach Entscheidung der Schulkonferenz als Förder-, Kompensations- bzw. Orientierungsstunden in der Einführungsphase einsetzen können, wurde erhöht. Somit besteht eine bessere Möglichkeit zum Ausgleich unterschiedlicher Voraussetzungen bei den Schülerinnen und Schülern, zur Orientierung und zur individuellen und schulischen Profilbildung. Von 34 Pflichtstunden in der Einführungsphase können 5 als Poolstunden genutzt werden.


Für Schülerinnen und Schüler, die in den Schuljahren 2009/10 und 2010/11 die Qualifikationsphase der gymnasialen Oberstufe besuchen, gelten auch weiterhin die Bestimmungen der bisherigen Oberstufenverordnung (VOGO/BG), die mit der dazugehörigen Schülerbroschüre von dieser Seite heruntergeladen werden kann.

| 19. August 2009 04:57