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Informationen zur Sprachmittlung im hessischen Landesabitur (ab 2009)

Dieser Beitrag ist abgelaufen: 21. Juli 2008 00:00

Mit der Neufassung der Fachspezifischen Prüfungsanforderungen (Anlage 11 VOGO/BG) im Jahre 2003 wurde im Bereich Neue Sprachen die Sprachmittlung als sprachpraktische Teilaufgabe der ‚kombinierten Aufgabe’ in das Aufgabenspektrum der Abiturprüfung aufgenommen. Gemäß Erlass „Hinweise zur Vorbereitung auf die Abiturprüfung 2009“ (ABl. 7/07, S. 442ff) ist die verkürzte Textaufgabe in Verbindung mit einem sprachpraktischen Teil zur Sprachmittlung ab dem Abiturjahrgang 2009 eines der möglichen Aufgabenformate im Landesabitur. Im vorliegenden Dokument sind auf der Grundlage der geltenden Rechtslage, insbesondere der Regelungen in Anlage 11, 6.2.2 und 6.3 VOGO/BG i. d. F. v. 19.9.2007 für die Hand der unterrichtenden Lehrkräfte Informationen zu diesem Aufgabenformat zusammengestellt.

Die Sprachmittlungsaufgabe verlangt die sinngemäße schriftliche Zusammenfassung des wesentlichen Gehaltes eines deutschen Ausgangstextes in der jeweiligen Fremdsprache. Die Textvorlage bezieht sich auf einen aus dem Unterricht vertrauten Themenbereich, in Frage kommen insbesondere anwendungsbezogene Texte. Die Textauswahl orientiert sich dabei inhaltlich an den jeweiligen prüfungsdidaktischen Schwerpunktsetzungen im o. g. Erlass zum Landesabitur 2009. Stark verschlüsselte literarische Texte können nicht Gegenstand dieser Teilaufgabe sein.

 

Die Länge des Ausgangstextes für die Sprachmittlungsaufgabe hängt von dessen Informationsdichte ab. Die Vorlage sollte im Grundkursfach mindestens 300, im Leistungsfach mindestens 400 Wörter umfassen. Die beiden Aufgabenteile der kombinierten Aufgabe müssen nicht thematisch miteinander verknüpft sein. Der kursübergreifende Bezug kann nicht über den sprachpraktischen Prüfungsbestandteil hergestellt werden.

 

Für die Bearbeitung der sprachpraktischen Teilaufgabe ist etwa ein Viertel der Arbeitszeit (im Grundkurs 45 Minuten, im Leistungskurs 60 Minuten) vorgesehen.

 

Bewertung und Beurteilung

 

Die Bewertung und Beurteilung der Sprachmittlungsaufgabe erfolgt auf der Grundlage der Bestimmungen der Anlage 11, 6.3 VOGO/BG. Insbesondere werden Sprachrichtigkeit, Ausdrucksvermögen und Inhalt für beide Teilaufgaben getrennt im Verhältnis 1:1:1 gewertet.

 

Im Grundsatz handelt es sich bei der Bearbeitung der Sprachmittlungsaufgabe um eine Zusammenfassung (auf ca. 1/4 bis 1/3 der Wortzahl des Ausgangstexts), die in einen vorgegebenen situativen Rahmen eingebettet sein kann (der z. B. einen spezifischen Adressatenbezug erkennen lässt bzw. eine vorgegebene Perspektive angibt). Die Einhaltung der Perspektive geht in die Bewertung ein.

 

Der sprachpraktische Aufgabenteil zielt insbesondere auf eine Überprüfung der sprachpraktischen Fähigkeiten des Prüflings und bezieht sich nur auf die Anforderungsbereiche I und II, d. h., sie erstreckt sich nicht auf die Fertigkeiten des Wertens und Gestaltens (Afb. III). In der kombinierten Aufgabe wird die Textaufgabe im Verhältnis zur sprachpraktischen wie 3 : 1 gewertet.

 

Eine mit null Punkten bewertete sprachliche (Sprachrichtigkeit plus Ausdrucksvermögen) oder inhaltliche Leistung schließt eine Gesamtnote von mehr als drei Punkten in einfacher Wertung aus. In der Beurteilung der kombinierten Aufgabe wird diese Regelung für beide Teile getrennt angewendet.

 

Zulässige Hilfsmittel

 

Im Jahr 2009 ist die Bereitstellung eines einsprachigen Wörterbuchs vorgesehen. Entsprechend detailliert sind die Sprachmittlungstexte annotiert.

 

Beispielaufgaben

Die Einheitlichen Prüfungsanforderungen für die Abiturprüfung (EPA) enthalten in der jeweils aktuellen Fassung Aufgabenbeispiele zur kombinierten Textaufgabe mit einem sprachpraktischen Teil zur Sprachmittlung.Weitere Beispielaufgaben zur Sprachmittlung werden zu Beginn des zweiten Schulhalbjahres 2007/08 auf der Homepage des Hessischen Kultusministeriums bereitgestellt.

| 22. Januar 2008 17:38